Exilforschung und Asian German Studies Transnationale Kooperationen in Shanghai

2019 ◽  
Vol 51 (1) ◽  
pp. 165-182
Author(s):  
Von Thomas Pekar

Abstract ,,Asian German Studies“ haben sich seit etwa 2006 als interdisziplinäre Forschung etabliert1, um besonders den asiatischen Einfluss auf die Literatur- und Kulturentwicklung in den deutschsprachigen Ländern2, die Repräsentationen Asiens (vor allem Ostasiens) in der deutschen Gesellschaft und Kultur und die wechselseitigen (,,transnationalen“)3 Kulturkontakte und Durchdringungen in Hinsicht auf eine globale bzw. transkulturelle Geschichtsschreibung zu erforschen.4 Asian German Studies erheben den Anspruch, eine ganz neue Disziplin zu sein.5 Dies mag partiell berechtigt sein, beispielsweise in Hinsicht auf die Erforschung konkreter kultureller Kontaktzonen6, verkennt bzw. ignoriert in wesentlichen Teilen aber die Forschungen, die in umfangreicher Weise seit den 1970er Jahren in diesem Feld der asiatisch-westlichen Literatur- und Kulturkontakte geleistet worden sind. Es soll an dieser Stelle keine systematische Vorgeschichte der Asian German Studies gegeben werden7 (die gleichwohl noch aussteht), sondern lediglich festgestellt sein, dass es insbesondere die Exilforschung war, die spätestens seit den 1980er Jahren diese europäisch-asiatischen Kulturverflechtungen in den Blick nahmen, jedenfalls soweit sie mit Flüchtlingen aus Nazi-Deutschland bzw. den von Deutschland im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten in Europa, die sich in das asiatische Exil retten konnten, zu tun haben.

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