scholarly journals Der Ingenieur an seinem Arbeitsplatz - gesund und kompetent!

2021 ◽  
Author(s):  
Bettina Schleidt ◽  

Seit Jahren steigen psychische und psychosoziale Belastungen im Arbeitsalltag von Ingenieuren* an, was unter anderem an der zunehmenden Zahl von Erkrankungen, die beispielsweise auf permanenten Stress zurückzuführen sind, erkennbar ist. Durch die Pandemie, die seit mehr als einem Jahr Alltag und Arbeitsleben maßgeblich beeinflusst, treten diese Belastungen noch deutlicher in den Vordergrund. Nach einer kurzen Einführung werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt und wesentliche Begriffe definiert. Mit Blick auf den Arbeitsplatz werden potenzielle Belastungen skizziert und die Bedeutung von Kompetenzen herausgearbeitet, die unterstützen können, um mit diesen Belastungen umzugehen. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob Ingenieure das nötige „Kompetenz bezogene Rüstzeug“ - sprich die persönlichen psychischen Ressourcen - haben, um mit den Anforderungen und Belastungen, die sich am Arbeitsplatz ergeben, adäquat umgehen zu können und welche Bedeutung der Hochschulausbildung dabei zukommt. Den Abschluss bildet ein Plädoyer für eine systematische (Neu-)Ausrichtung und regelmäßige Weiterentwicklung bzw. Anpassung der Aus- und Weiterbildung von Ingenieuren anhand von ermittelten Anforderungen bzw. Belastungen am Arbeitsplatz – nicht zuletzt basierend auf einem Constructive Alignment.

Pflege ◽  
2020 ◽  
Vol 33 (2) ◽  
pp. 93-104 ◽  
Author(s):  
Lisa Fischer ◽  
Kevin Dadaczynski ◽  
Katharina Rathmann

Zusammenfassung. Hintergrund: Während psychosoziale Belastungen und Beanspruchungen bei Pflegekräften allgemein als gut belegt gelten, sind Unterschiede innerhalb des Pflegeberufs bislang kaum erforscht. Ziel: Die vorliegende Untersuchung nimmt eine differenzierte Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Arbeitsanforderungen und der psychischen Gesundheit von Pflegekräften im somatischen und psychiatrischen Tätigkeitsbereich vor. Methoden: Die Daten basieren auf einer Querschnittstudie in einer somatischen und einer psychiatrischen Versorgungseinrichtung (n = 576). Die Erfassung psychosozialer Arbeitsbelastungen und der Burnout-Symptomatik erfolgte mit Hilfe des Copenhagen Psychosocial Questionnaire und des Copenhagen Burnout Inventory. Die Analysen wurden univariat, bivariat und multivariat mittels Regressionsanalysen durchgeführt. Ergebnisse: Die Hälfte der Befragten weist mindestens moderate Burnout-Symptome auf, wobei Beschäftigte in der Somatik häufiger betroffen sind. Während quantitative und physische Anforderungen in der somatischen Gesundheits- und Krankenpflege höher ausgeprägt sind, weisen psychiatrische Pflegekräfte ein höheres Ausmaß an emotionalen Anforderungen, sozialer Unterstützung und Handlungsspielraum auf. Regressionsanalytisch erweisen sich quantitative Anforderungen (β = 0,33) in der somatischen Gesundheits- und Krankenpflege und emotionale Anforderungen (β = 0,29) in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege als stärkste Prädiktoren von Symptomen des Burnouts. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen auf tätigkeitsspezifische Profile psychosozialer Belastungen in der Gesundheits- und Krankenpflege und auf einen hohen Bedarf tätigkeitsdifferenzierter Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung hin.


Praxis ◽  
2016 ◽  
Vol 105 (23) ◽  
pp. 1375-1380
Author(s):  
Dominik A. Ettlin

Zusammenfassung. Entzündungen und Traumata sind häufige Ursachen von akuten Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich. Demgegenüber stehen diagnostisch unklare und/oder therapieresistente Beschwerden, die gegebenenfalls durch psychosoziale Belastungen kompliziert werden. Das zeitliche Schmerzmuster gibt differenzialdiagnostische Hinweise. Bei kurzdauernden Schmerzattacken ist die Trigeminusneuralgie die wichtigste neurologische Differenzialdiagnose. Bei anhaltenden Mund- und Gesichtsschmerzen ist an eine Trigeminusneuropathie und an eine Myoarthropathie des Kausystems zu denken. Letztere basiert auf der Erfassung definierter Leit- und Begleitsymptome inkl. Kopfschmerzen. Die stressbedingte Kaumuskel-Anspannung (z.B. Zähnepressen und -knirschen) spielt bei der Pathogenese eine bedeutende Rolle. Diese Parafunktionen sind zentralnervös reguliert und stehen häufig in direktem Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen. Deshalb bilden Kenntnisse des biopsychosozialen Krankheitsmodells und die Verfügbarkeit eines interdisziplinären Expertenteams die Grundlage zur adäquaten Diagnostik und Behandlung.


2016 ◽  
Vol 35 (05) ◽  
pp. 329-335
Author(s):  
K. Lukaschek ◽  
N. Erazo ◽  
K.-H. Ladwig

Zusammenfassung Gegenstand und Ziele: Der Bahnsuizideinsatz ist eine Extremsituation, über deren Auswirkung auf die Einsatzkräfte wenig bekannt ist. Material und Methoden: Bei einer Stichprobe von Bundespolizisten mit Bahnsuizideinsätzen wurden Freitextangaben von 127 Teilnehmern nach der Qualitativen Inhaltsanalyse untersucht. Ergebnisse: Besondere Stressfaktoren waren die Auffindesituation/der Zustand der Leiche, Lebensgefahr, Bahnsuizide mit geringer Distanzierungsmöglichkeit sowie die eigene Hilflosigkeit. Zusätzlich erschwerten psychosoziale Belastungen durch Kollegen/Vorgesetzte die Verarbeitung. Einsatznachbetreuung wurde kritisch gesehen. Schlussfolgerungen: Therapieangebote zur Reduzierung besonders persistierende Erinnerungen (Intrusionen) sind dringend notwendig. Schulungen für Führungskräfte zur Mitarbeiterführung, in denen die angemessene Anerkennung der Arbeit betont wird, sind empfehlenswert. Klinische Relevanz: Die Kenntnis individueller Coping-Strategien und vorherrschender Gedankeninhalte hilft Gatekeepern und Therapeuten, ein tieferes Verständnis der Erlebniswelt der Rettungskräfte zu gewinnen und ist ein wichtiger therapeutischer Ansatzpunkt für Verarbeitungskonzepte.


Author(s):  
Mario S. Staller ◽  
Swen Koerner ◽  
Valentina Heil ◽  
Isabel Klemmer ◽  
Andrew Abraham ◽  
...  

AbstractThe current study aims to investigate the current structure and delivery of police recruit training. Using a case study approach, we systematically observed a semester of police training that consisted of 30 h with a specific focus on police use of force training. Field notes and time-on-task data was analysed using an inductive approach. The results revealed, first, a lack of constructive alignment of the training modules and learning tasks within the training settings. Second, an adherence to traditional linear approaches to training resulting in high amounts of augmented instruction and feedback and a one-size-fits all approach to technical and tactical behaviour. Third, a non-efficient use of available training time with low amounts of engagement in representatively designed tasks that stimulated problem-solving processes. Based on these results we suggest that there is a need: (a) for police trainers and curriculum designers to align the objectives, practice structure and delivery of police training with the needs of police officers in the field (e.g. conflict resolution); (b) for police trainers to employ more learner-centred pedagogical approaches that account for individual action capabilities and resources, and allow for high amounts of training time with representatively designed training tasks; and (c) for senior managers of overall police training decision-makers to provide the necessary trainer education, in order to furnish trainers with the knowledge and tools to appropriately plan, deliver and reflect upon their practice in keeping with concept of constructive alignment.


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