scholarly journals Hämatophage Dipteren : Makro- und mikroökologische Einflüsse auf ihre Verbreitung

2021 ◽  
Author(s):  
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Dorian D. Dörge

Viele Gruppen der Lebewesen, insbesondere Insekten breiten sich durch steigende Temperaturen zunehmend in Gebieten aus, in denen sie ursprünglich nicht vorkommen(Novikov und Vaulin 2014; Bebber 2015). Hierbei ist die steigende Temperatur in verschiedenen Gebieten der Hauptfaktor für Expansionen dieser Arten in Richtung des nördlichen Polarkreises. Einige dieser Arten sind sehr tolerant für verschiedene Variablen und können damit ihr Verbreitungsgebiet deutlich nach Norden hin ausdehnen. Aufgrund steigender Temperaturen werden jedoch andere Arten in ihrem Verbreitungsgebiet eingeschränkt oder ihre Verbreitung verschiebt sich in nördliche Richtung (Ogden und Lindsay 2016; Lawler et al. 2009). Auch für die Verbreitung von Krankheiten spielen Temperaturen, Ausbreitungen oder Verbreitungsverschiebungen eine wichtige Rolle (Mordecai et al. 2019). So können, durch die Etablierung der passenden Vektoren, bisher nur in wärmeren Gebieten auftretende Krankheiten zukünftig auch in unseren Breitengraden eingeschleppt und verbreitet werden. Bremsen, invasive Stechmücken aber auch einheimische Mücken tragen alle ein Potential,verschiedenste Krankheitserreger zu verbreiten, auch wenn die Eignung als Vektor für jede Art unterschiedlich groß ausfällt und manche Arten daher kaum beobachtet und untersucht werden. Mit dem Augenmerk auf sich ändernde Verbreitungsgebiete hinsichtlich zukünftigen klimatischen Veränderungen und sich wandelnden anthropogenen Einflüssen sollten jedoch auch Arten mit bisher geringem Vektorpotential mit in Beobachtungsprogramme aufgenommen werden. Wir untersuchten in Projekt I auf kontinentaler Skala die Verbreitung von sechs verschiedenen Bremsenarten und konnten sowohl Rückschlüsse auf eine mangelhafte Beobachtung der Arten ziehen als auch Artpräferenzen hinsichtlich der Landschaftsnutzung, Auswirkungen des Klimas auf die Verbreitung der Art und bisher unbekannte Toleranzen hinsichtlich tiefen Temperaturen und äußerst verkürzten Wärmeperioden aufdecken. Eine Größenordnung niedriger wurde in Projekt II, basierend auf aktuellen und Vergangenen Klimadaten, die zukünftige und aktuelle Verbreitung einer invasiven, sich zukünftig ausbreitenden Stechmückenart innerhalb Deutschlands modelliert. Durch bisherig im Untersuchungsgebiet nur begrenztes Auftreten konnten noch keine Rückschlüsse auf die unterschiedlichen Präferenzen für das Habitat gezogen werden, es können jedoch für zukünftige Berechnungen Habitatpräferenzen aus anderen Gebieten hinzugezogen werden um die Art und ihre fortschreitende Ausbreitung genauer zu beobachten. Auf der kleinsten untersuchten Ebene konnten in Projekt III innerhalb eines Mikrohabitates verschiedenste Rückschlüsse auf limitierende oder förderliche abiotische Faktoren, die teilweise bisherig nicht oder nur geringfügig beobachtet wurden, gezogen werden. Ebenfalls konnten Auswirkungen der umgebenden Landschaft auf die Abundanzen der Tiere beobachtet werden. Mithilfe von verschiedenen Modellen und in Abhängigkeit von Klimakarten, Landbedeckungsdaten und Landnutzung sowie Eigenschaften und Toleranzen der untersuchten Arten lassen sich in verschiedenen Größenordnungen geeignete Habitate von einheimischen sowie invasiven Arten identifizieren und zukünftige Verbreitungen effizient vorhersagen. Insgesamt können, basierend auf all diesen Daten, dadurch für alle untersuchten Faktoren Modelle auf andere Gebiete übertragen werden um somit potentielle Verbreitungen dort vorherzusagen. Auf unseren Daten basierend können so zum Beispiel Modellierungen für die potentielle Ausbreitung der untersuchten Tabaniden innerhalb anderer Kontinente berechnet werden und Monitoringprogramme können die Ergebnisse unserer Studie als Startpunkt aufgreifen, um durch Beprobung an modellierten Standorten die Korrektheit unserer Modelle zu überprüfen und sowohl Landschaftstypen als auch Artzusammensetzung aufzunehmen um das Modell zu bestätigen oder zu verbessern. Die Modellierung der invasiven Art Aedes albopictus bietet die Möglichkeit, diese Art in Zukunft innerhalb der möglichen Ausbreitungskorridore genauer zu beobachten um ihre fortschreitende Verbreitung zu verifizieren oder eventuelle Änderungen des klimatischen Verlaufes mit einzubinden und das Modell anzupassen. Die Untersuchung des Mikrohabitats von Culex pipiens pipiens und Culex torrentium bietet, auch hinsichtlich anderer Arten in diesem Habitat, eine potente Methode, Vorhersagen für Artvorkommen innerhalb anderer Unterirdischen Objekte zu berechnen. Hier können, bei ausreichend großer Datenlage, eine Vielzahl von Faktoren in die Auswertung mit einfließen. Die durchgeführten Studien bestätigen die Notwendigkeit für verbesserte Monitoringkonzepte für alle vektorkompetenten Tiergruppen hinsichtlich der sich ändernden klimatischen Bedingungen, des globalen Handels und die sich wandelnde Nutzung der Landschaften durch den Menschen und darin begründete Veränderungen der Artenzusammensetzung eines Habitates, zeigen Möglichkeiten, diese Konzepte mit bisher ungenutzten Daten aufzubauen und zu verbessern und können gleichzeitig zu deren Verbesserung herangezogen werden.

2017 ◽  
Vol 22 (2) ◽  
Author(s):  
Anna Heitmann ◽  
Stephanie Jansen ◽  
Renke Lühken ◽  
Mayke Leggewie ◽  
Marlis Badusche ◽  
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Mosquitoes collected in Germany in 2016, including Culex pipiens pipiens biotype pipiens, Culex torrentium and Aedes albopictus, as well as Culex pipiens pipiens biotype molestus (in colony since 2011) were experimentally infected with Zika virus (ZIKV) at 18 °C or 27 °C. None of the Culex taxa showed vector competence for ZIKV. In contrast, Aedes albopictus were susceptible for ZIKV but only at 27 °C, with transmission rates similar to an Aedes aegypti laboratory colony tested in parallel.


Author(s):  
María Florencia Branda ◽  
Magdalena Laurito ◽  
Andrés Mario Visintin ◽  
Walter Ricardo Almirón

Abstract The subgenus Culex L. includes species involved in summer–autumn arbovirus transmission but studies during winter are scarce in temperate Argentina. Female specimens were collected host-seeking at dry-ice-baited traps during autumn–winter–spring at two sites in Córdoba City during 2016 and 2017. The specimens were morphologically identified and dissected to determine the follicular developmental stage (gonotrophic activity). Females with advanced follicular stages (≥III) were subjected to molecular procedures to confirm or re-identify previous morphological identification. Five species (Culex apicinus Philippi (Diptera: Culicidae), Culex dolosus (Lynch-Arribálzaga) (Diptera: Culicidae), Culex maxi Dyar (Diptera: Culicidae), Culex pipiens pipiens L. (Diptera: Culicidae), and Culex quinquefasciatus Say (Diptera: Culicidae)) were collected and found gonoactive during winter; showing that a high proportion of Culex (Culex) females remain reproductively active during the unfavorable season for mosquito populations. Among them, it is worth noting the collection of Cx. quinquefasciatus, vector of the St. Louis encephalitis virus (endemic in the city), a specimen of Cx. p. pipiens, and a hybrid of Cx. p. pipiens/Cx. quinquefasciatus (during autumn). The study of this community during winter should continue because a high gonoactive female proportion with advanced follicular stages was found: 29.12 and 13.07% in 2016 and 2017, respectively. Local studies such as this one provide evidence about ornithophilic Culex species with active year-round life cycles, species that could favor arbovirus overwintering.


1985 ◽  
Vol 45 (2) ◽  
pp. 225-230 ◽  
Author(s):  
Dominic S.T. Awahmukalah ◽  
Marion A. Brooks

2021 ◽  
Vol 134 ◽  
pp. 104295 ◽  
Author(s):  
Elise M. Didion ◽  
Zakee L. Sabree ◽  
Laura Kenyon ◽  
Gabriela Nine ◽  
Richard W. Hagan ◽  
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2018 ◽  
Author(s):  
Oswaldo C Villena ◽  
Bahram Momen ◽  
Joseph Sullivan ◽  
Paul T Leisnham

Environmental changes will alter many environmental factors in the coming years including temperature, precipitation, humidity, and the amount of solar radiation reaching the earth’s surface, which in turn will have an impact on living organisms like invertebrates. In this study, we assessed the effect of UV-B radiation upon the metabolic rate and upon three fitness parameters (survival, development time, and body size) of the mosquitoes Aedes albopictus and Culex pipiens, and upon the production of microbial resources on which mosquito larvae feed in aquatic microcosms. We set up three UV-B radiation treatments mimicking levels typically measured in full-sun (FS) and shade (S) conditions, as well as a control group with no UV-B radiation (NUV). The metabolic rate expressed as heat production (µwatts/ml) for larvae and microbial community was measured at days 1, 8, and 15. Our results indicated that UV-B radiation affected the metabolic rate of both Cx. pipiens and Ae. albopictus larvae; metabolic rates were significantly higher in full-sun (FS) compared to shade (S) and no-UV condition (NUV), at days 8 and 15 compared to day 1 (Figures 1A and 1B). Culex pipiens metabolic rates were significantly higher than Ae. albopictus at day 15 compared to days 1 and 8 (Figure 1B). Metabolic rates were significantly lower in microbial communities from vials with Ae. albopictus larvae, Cx. pipiens larvae, and no larvae in FS conditions compared to vials from S and NUV conditions, especially at day 8 (Figure 2A and 2B). There was a major effect of UV-B conditions only on the survival of Ae. albopictus and Cx. pipiens mosquitoes, with significantly lower survival in FS compared to S and NUV conditions. UV-B radiation at levels found in aquatic environments in open fields showed a negative impact on the metabolic rate of Ae. albopictus and Cx. pipiens larvae and on the microbial communities on which they feed. These negative impacts could have important implications for the distribution and abundance of these mosquitoes and for the transmission rate of illness caused by the pathogens that these two broadly distributed mosquitoes transmit.


Acta Tropica ◽  
2008 ◽  
Vol 107 (1) ◽  
pp. 30-36 ◽  
Author(s):  
Jabeur Daaboub ◽  
Raja Ben Cheikh ◽  
Ali Lamari ◽  
Ibtissem Ben Jha ◽  
Mohamed Feriani ◽  
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