In-vivo-Wirksamkeit eines Ohrmedikaments mit Gelatinepulver als Wirkstoffträger bei der Therapie kaniner Otitis externa

2017 ◽  
Vol 45 (04) ◽  
pp. 235-244
Author(s):  
Ralf Mueller ◽  
Cosima Bouassiba

ZusammenfassungGegenstand und Ziel: Die Therapie der Otitis externa (OE) erfolgt in der Regel durch tägliche Applikation von Lokaltherapeutika. Längere Applikationsintervalle könnten die Behandlung erleichtern. Die Studie überprüfte anhand klinischer Symptomatik sowie zytologischer und bakteriologischer/mykologischer Befunde die In-vivo-Wirksamkeit eines mit Wirkstoffen angereicherten Gelpräparats mit Marbofloxacin, Dexamethason und Enilconazol im Vergleich zu einem kommerziellen, Marbofloxacin, Dexamethason und Clotrimazol enthaltenden Otologikum. Material und Methoden: Bei 41 Hunden mit OE kam das Gelpräparat (Gruppe A) bzw. ein zugelassenes Otologikum (Gruppe B) zum Einsatz. Ausgewertet wurden 50 Ohren (je 25 pro Gruppe). Das Gelpräparat wurde an Tag 0 und 5 eingebracht und das Kombinationspräparat täglich nach Herstellerangaben appliziert. Klinische und zytologische Kontrollen fanden nach 5 und 10 Tagen statt. Zu Beginn und nach 10 Tagen wurden Tupferproben bakteriologisch sowie mykologisch untersucht. Ergebnisse: Klinisch und zytologisch ließ sich zwischen den Gruppen kein signifikanter Unterschied feststellen. In beiden Gruppen war die Steigerung negativer bakteriologischer Befunde vergleichbar. In Gruppe A wurden nach 10 Tagen signifikant mehr marbofloxacinresistente Isolate identifiziert, obwohl der Wirkstoff Marbofloxacin in vitro über einen Zeitraum von 15 Tagen noch zu über 98% verfügbar war. Schlussfolgerung: Die zweimalige Anwendung des mit definierten Wirkstoffen angefertigten Gels kann klinisch und zytologisch als vergleichbar mit der täglichen Anwendung eines zugelassenen Otologikums angesehen werden. Die Gefahr einer Resistenzentwicklung gegen Fluorchinolone ist bei Anwendung des Gels im Vergleich zu dem zugelassenen Otologikum eher vorhanden. Lokale Nebenwirkungen könnten bei Anwendung des Gels auftreten. Klinische Relevanz: Ein mit Wirkstoffen versehenes Gelatinepräparat kann bei Otitis externa des Hundes eine Alternative zur täglichen Applikation von Lokaltherapeutika sein. Die Entwicklung von Resistenzen ist möglich.

2012 ◽  
Vol 40 (03) ◽  
pp. 161-170
Author(s):  
W. Osthold ◽  
R. S. Mueller ◽  
C. Bouassiba

Zusammenfassung Gegenstand und Ziel: Ein wichtiger Aspekt einer erfolgreichen Therapie der Otitis externa (OE) ist die Reinigung des Gehörgangs. Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Im Hinblick auf steigende Antibiotikaresistenzen wird eine Keimbekämpfung in Kombination mit Antiseptika angestrebt. Die plazebokontrollierte Doppelblindstudie überprüfte die In-vivo-Wirksamkeit eines Chlorhexidin (1500 μg/ml) und Tris-EDTA (48 μg/ml) enthaltenden kommerziellen Ohrreinigers anhand klinischer Symptomatik, zytologischer und bakteriologischer Untersuchung. Material und Methoden: An 64 Hunden mit OE wurde dieser Ohrreiniger (Gruppe A) bzw. das Plazebo (Gruppe B) zweimal täglich angewendet, einmal täglich gefolgt von der Applikation eines Marbofloxacin/Dexamethason/Clotrimazol enthaltenden Ohrmedikaments. Die Kontrolluntersuchung fand nach 14 Tagen statt. Die Auswertung erfolgte klinisch und zytologisch. Ferner wurde zu Beginn sowie nach 14 Tagen aus jedem Ohr eine Tupferprobe entnommen und bakteriologisch untersucht. Ergebnisse: Verglichen mit dem Plazebo kam es bei Anwendung des Ohrreinigers zu einer signifikanten Reduktion der Kokken, Stäbchen und neutrophilen Granulozyten. Die Hefenzahl verringerte sich in beiden Gruppen signifikant. Klinisch bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Die Zahl Marbofloxacinresistenter Bakterien stieg in Gruppe A von 0 auf 44%, in Gruppe B von 8 auf 31%. Schlussfolgerung: Chlorhexidin und Tris-EDTA führten in Kombination mit Marbofloxacin/Dexamethason/Clotrimazol zu einer zytologisch verifizierbaren Keimreduktion. Die Zahl Marbofloxacin-resistenter Bakterien stieg unter dieser Therapie signifikant an. Klinische Relevanz: Die Ergebnisse lassen die Vermutung zu, dass eine Kombination von Chlorhexidin und Tris-EDTA zusammen mit antimikrobiellen Ohrentropfen zur Reduktion der bakteriellen Besiedelung einer bakteriell bedingten OE empfohlen werden kann, doch das Risiko der Resistenzentwicklung besteht. Basierend auf den Resultaten können lokale Nebenwirkungen erwartet werden.


2021 ◽  
Author(s):  
◽  
Franziska Frank

Eines der übergeordneten Ziele neurowissenschaftlicher Grundlagenforschung ist es, die Pathomechanismen neuropsychiatrischer Erkrankungsbilder besser zu verstehen. Als Erklärungsmodell für einige dieser Erkrankungen dient unter anderem ein gestörtes Verhältnis zwischen Exzitation und Inhibition im Gehirn. Synaptische Strukturproteine sind wichtige Modulatoren dieses Verhältnisses. Für eine unbeeinträchtigte inhibitorische synaptische Transmission spielt das postsynaptische Zelladhäsionsprotein Neuroligin 2 eine maßgebliche Rolle, um das Gleichgewicht zwischen Exzitation und Inhibition aufrechtzuerhalten. Neuroligin 2 ist an der inhibitorischen Synapse lokalisiert und beeinflusst die Entwicklung, Reifung und Funktion dieser Synapse. Die klinische Relevanz von Neuroligin 2 wurde bereits bei zahlreichen Erkrankungsbildern wie Schizophrenie, Depression oder Epilepsie im Rahmen von Studien nachgewiesen. Um das Verhältnis zwischen Exzitation und Inhibition in vivo sowie Mechanismen der synaptischen Übertragung und Plastizität zu untersuchen, hat sich die Ableitung von Feldpotentialen im Gyrus Dentatus des Hippocampus etabliert. Im Neuroligin 2 Knockout Mausmodell konnte bereits gezeigt werden, dass eine pränatale Deletion dieses Proteins eine stark erhöhte Erregbarkeit der Körnerzellen und eine verminderte GABAerge Netzwerkinhibition im Gyrus Dentatus in vivo zur Folge hat. Unklar blieb bisher, ob diese durch den konventionellen Neuroligin 2 Knockout (pränatal) hervorgerufenen Netzwerkveränderungen alleine auf das Fehlen dieses Proteins zurückzuführen sind oder durch eine zusätzliche Beeinträchtigung der Hirnentwicklung hervorgerufen werden. Ziel dieser Dissertation ist es deshalb, die Rolle von Neuroligin 2 im Gyrus Dentatus durch einen induzierten Knockout in adulten Mäusen (postnatal) unabhängig von einem möglichen Entwicklungseffekt zu klären. Dazu wurde im ersten methodischen Schritt dieser Dissertation durch orale Tamoxifen-Gabe eine zeitspezifische konditionale Eliminierung von Neuroligin 2 in genetisch modifizierten, adulten Mäusen erzielt. Im Anschluss an diese konditionale Eliminierung wurde die synaptische Transmission, Plastizität sowie neuronale Erregbarkeit von Körnerzellen im Gyrus Dentatus mittels elektrophysiologischer Experimente untersucht. Hierzu wurde zunächst der Tractus Perforans und die Körnerzellschicht durch stereotaktische Chirurgie in anästhesierten Mäusen lokalisiert. Anschließend wurde eine Stimulation des Tractus Perforans sowie eine Ableitung von Feldpotentialen im Gyrus Dentatus durchgeführt. Um die Erregbarkeit der Körnerzellen, die synaptische Transmission, Kurz- und Langzeitplastizität sowie Netzwerkinhibition im Gyrus Dentatus zu analysieren, wurden unterschiedliche Stimulationsprotokolle verwendet. Im Anschluss an die elektrophysiologischen Experimente wurden die Hippocampi beidseitig entnommen, konserviert und später einer Proteinquantifizierung von Neuroligin 2 mittels Western-Blotting unterzogen. Die Ergebnisse zeigten ein signifikant verringertes Proteinlevel von Neuroligin 2 auf 41,07% im Hippocampus von konditionalen Neuroligin 2 Knockout Mäusen. Unter dieser Reduktion von Neuroligin 2 in adulten Mäusen war die in vivo Erregbarkeit der Körnerzellen des Gyrus Dentatus sowie GABAerge Netzwerkinhibition weitgehend unbeeinträchtigt und die signifikanten Beobachtungen des konventionellen Knockout Modells ließen sich nicht reproduzieren. Aufgrund der unvollständigen Proteinreduktion lässt sich jedoch nicht abschließend beurteilen, ob die Restmenge den elektrophysiologischen Effekt kompensiert oder ob die im konventionellen Neuroligin 2 Knockout Modell beobachteten Effekte auf eine ausschließliche Rolle von Neuroligin 2 in der Hirnentwicklungsperiode zurückzuführen sind. Kürzlich veröffentlichte Daten zeigten allerdings, dass die postnatale Deletion von Neuroligin 2 in anderen Hirnregionen zu einer verminderten Netzwerkinhibition führt. Neben der hier verwendeten in vivo Methodik ist eine Ergänzung von Untersuchungen in nicht-anästhesierten Tieren sowie Messungen einzelner Zellen durch whole-cell patch-clamp Untersuchungen in vitro oder in vivo zu erwägen. Es sollte dabei auf eine konditionale Proteineliminierung geachtet werden, damit mögliche Kompensationsmechanismen weitgehend ausgeschlossen werden können. Eine weiterführende immunhistochemische Bildgebung der Hippocampuspräparate, wie sie im konventionellen Knockout durchgeführt wurde, könnte sich hierbei ebenso als aufschlussreich für die Funktion von Neuroligin 2 im Hippocampus des adulten Tieres erweisen.


2009 ◽  
Vol 20 (5-6) ◽  
pp. 429-434 ◽  
Author(s):  
Patrick Hensel ◽  
Michaela Austel ◽  
Richard E. Wooley ◽  
Deborah Keys ◽  
Branson W. Ritchie

2016 ◽  
Vol 44 (06) ◽  
pp. 417-423 ◽  
Author(s):  
Natalie Wilhelm ◽  
Volker Erfle ◽  
Katrin Hartmann ◽  
Anja D. Hartmann
Keyword(s):  

ZusammenfassungGegenstand und Ziel: Melittin, Hauptbestandteil des Bienengifts, hemmt in vitro die Replikation des humanen Immunschwachevirus. Es ist in vivo nicht toxisch fur Katzen. Ziel der Studie war die Untersuchung der Wirksamkeit von Melittin bei Katzen mit naturlicher Infektion mit dem felinen Immunschwachevirus (FIV). Material und Methoden: In einer prospektiven, randomisierten Doppelblindstudie wurden 20 Katzen mit Melittin (500 μg/kg, 10 Katzen) oder Plazebo (phosphatgepufferte Kochsalzlosung, 10 Katzen) zweimal pro Woche subkutan uber 6 Wochen behandelt. Der Therapieerfolg wurde anhand des Karnofsky-Indexes fur das Allgemeinbefinden, der Auspragung der Symptome von Konjunktivitis und Stomatitis sowie durch die Bestimmung von labordiagnostischen (Hamatologie, Serumchemie), immunologischen (Lymphozytensubpopulationen, CD4/CD8-Ratio) und Surrogatparametern (Biopterin, 7-Xanthopterin) beurteilt. Ergebnisse: Melittin fuhrte zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens und zu einer Abnahme der klinischen Symptome von Stomatitis und Konjunktivitis. Eine statistisch signifikante Verbesserung der Konjunktivitis ergab sich jedoch nur bei hauptsachlich mit Melittin behandelten Katzen im Vergleich zu Katzen der Plazebogruppe. Dies war vermutlich auf die verschiedenen Scores am Anfang der Studie zuruckzufuhren. Es wurde kein Anstieg der CD4+-Lymphozyten-Konzentration, des CD4/CD8-Verhaltnisses und der Pterinkonzentrationen beobachtet. Melittin war gut vertraglich und hatte keine Nebenwirkungen. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Mit dieser Studie lies sich keine Wirksamkeit von Melittin nachweisen. In zukunftigen Studien konnte das Medikament aber in einer hoheren Dosierung oder uber einen langeren Behandlungszeitraum als in der vorliegenden Studie untersucht werden. Auch eine Kombination mit klassischen antiretroviralen Medikamenten ware denkbar, da fur andere Naturprodukte positive synergistische Wirkungen gezeigt wurden.


2021 ◽  
Vol 600 ◽  
pp. 120490
Author(s):  
Abdulaziz M. Al-mahallawi ◽  
Aly A. Abdelbary ◽  
Sally A. El-Zahaby

1997 ◽  
Vol 38 (2) ◽  
pp. 57-60 ◽  
Author(s):  
G. Kiss ◽  
Sz. Radvanyi ◽  
G. Szigeti ◽  
B. Lukáts ◽  
G. Nagy

Author(s):  
E. J. Kollar

The differentiation and maintenance of many specialized epithelial structures are dependent on the underlying connective tissue stroma and on an intact basal lamina. These requirements are especially stringent in the development and maintenance of the skin and oral mucosa. The keratinization patterns of thin or thick cornified layers as well as the appearance of specialized functional derivatives such as hair and teeth can be correlated with the specific source of stroma which supports these differentiated expressions.


Author(s):  
M.J. Murphy ◽  
R.R. Price ◽  
J.C. Sloman

The in vitro human tumor cloning assay originally described by Salmon and Hamburger has been applied recently to the investigation of differential anti-tumor drug sensitivities over a broad range of human neoplasms. A major problem in the acceptance of this technique has been the question of the relationship between the cultured cells and the original patient tumor, i.e., whether the colonies that develop derive from the neoplasm or from some other cell type within the initial cell population. A study of the ultrastructural morphology of the cultured cells vs. patient tumor has therefore been undertaken to resolve this question. Direct correlation was assured by division of a common tumor mass at surgical resection, one biopsy being fixed for TEM studies, the second being rapidly transported to the laboratory for culture.


Author(s):  
Raul I. Garcia ◽  
Evelyn A. Flynn ◽  
George Szabo

Skin pigmentation in mammals involves the interaction of epidermal melanocytes and keratinocytes in the structural and functional unit known as the Epidermal Melanin Unit. Melanocytes(M) synthesize melanin within specialized membrane-bound organelles, the melanosome or pigment granule. These are subsequently transferred by way of M dendrites to keratinocytes(K) by a mechanism still to be clearly defined. Three different, though not necessarily mutually exclusive, mechanisms of melanosome transfer have been proposed: cytophagocytosis by K of M dendrite tips containing melanosomes, direct injection of melanosomes into the K cytoplasm through a cell-to-cell pore or communicating channel formed by localized fusion of M and K cell membranes, release of melanosomes into the extracellular space(ECS) by exocytosis followed by K uptake using conventional phagocytosis. Variability in methods of transfer has been noted both in vivo and in vitro and there is evidence in support of each transfer mechanism. We Have previously studied M-K interactions in vitro using time-lapse cinemicrography and in vivo at the ultrastructural level using lanthanum tracer and freeze-fracture.


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