scholarly journals Einseitige temporäre Zwerchfellparese nach Bronchialarterienembolisation bei einem Mädchen mit zystischer Fibrose und massiver Hämoptyse: ein Fallbericht

2020 ◽  
Vol 8 (3) ◽  
pp. 168-170
Author(s):  
Vito Terlizzi ◽  
Matteo Botti ◽  
Giacomo Gabbani ◽  
Fabrizio Fanelli ◽  
Maurizio de Martino ◽  
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Hintergrund: Massive Hämoptyse ist eine schwerwiegende Komplikation bei Zystischer Fibrose (CF), die häufig bei älteren Patienten auftritt. Um die Blutung zu stoppen, kann eine Bronchialarterienembolisation (BAE) durchgeführt werden. Die BAE ist generell ein sicheres und effektives Verfahren, kann jedoch gelegentlich zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Wir berichten über den ersten Fall einer temporären einseitigen Zwerchfellparese im Zusammenhang mit einer Lungenkonsolidierung nach BAE bei einem Mädchen mit CF. Durch diese Komplikation verschlechterte sich die Lungenfunktion der Patientin, die sich 9 Monate später einer Lungentransplantation unterzog. Fallvorstellung: Eine 14-jährige Patientin mit CF, die durch das Zentrum für Zystische Fibrose in Florenz beobachtet wurde, zeigte leichtes Fieber, verstärkten Husten und rezidivierende Episoden schwerer Blutungen, so dass man sich zur Durchführung einer BAE entschloss. Innerhalb von 24 Stunden begann die Patientin, über starke Schmerzen in der rechten Thoraxhälfte zu klagen, die mit zunehmender Atemnot und Fieber einhergingen. Eine CT-Angiographie und eine Durchleuchtung ließen die Zwerchfellparese rechts erkennen, die vor dem Eingriff nicht vorgelegen hatte. Nach 4 Tagen hatten sich der klinische Zustand der Patientin sowie der Röntgenbefund verbessert, und die Mobilität der rechten Zwerchfellhälfte war wiederhergestellt. Neun Monate später benötigte das Mädchen eine maschinelle Beatmung, und aufgrund einer pulmonalen Exazerbation mit septischem Schock musste nachfolgend eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) eingeleitet werden. Eine Lungentransplantation unter ECMO wurde mit Erfolg durchgeführt. Schlussfolgerung: Kliniker sollten sich der Möglichkeit einer Verletzung des Nervus phrenicus im Zusammenhang mit einer BAE bei Kindern mit CF bewusst sein.

2020 ◽  
Vol 8 (1) ◽  
pp. 45-51
Author(s):  
Thomas Crowhurst ◽  
Joshua Lightfoot ◽  
Aeneas Yeo ◽  
Benjamin Reddi ◽  
Phan Nguyen ◽  
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Hintergrund: In der Literatur werden nur wenige Fälle von multiplen Bronchusstenosen beschrieben, und keiner von vergleichbarer Schwere wie der unsere. Dieser Fall ist von Relevanz aufgrund seiner Seltenheit, der zu gewinnenden pathophysiologischen Erkenntnisse, der erfolgreich angewandten interventionell-pneumologischen Behandlungsstrategien, und seiner möglichen Beispielrolle für eine seltene Indikation für eine Hochrisiko-Lungentransplantation. Vorstellung des Falls: Bei einem 47-jährigen Mann traten multiple rezidivierende netzartige Bronchusstenosen auf, 5 Wochen nachdem er eine Episode schwerer Tracheobronchitis durchgemacht hatte, die vermutlich durch eine chemische Inhalationsverletzung verursacht worden war und zunächst zum vollständigen bilateralen Lungenkollaps geführt und eine veno-venöse extrakorporale Membranoxygenierung erforderlich gemacht hatte. Die Stenosen verschlossen die Bronchien an vielen Stellen vollständig und verursachten schwere Typ-II-Ateminsuffizienz, sodass maschinelle Beatmung und eine bronchoskopische Punktion und Dilatation sowie letztlich eine bilaterale Lungentransplantation vorgenommen wurden. Schlussfolgerung: Dieser sehr seltene Fall unterstreicht die Folgemorbidität, die eine verheerende Tracheobronchitis nach sich ziehen kann, wenngleich sie heute im Zeitalter der extrakorporalen Membranoxygenierung kurzfristig überlebt werden kann.


2013 ◽  
Vol 70 (5) ◽  
pp. 275-277
Author(s):  
David Seiffge ◽  
Philippe Lyrer

Karotisgeräusche (KG) alleine haben als prognostische Marker eine geringe Aussagekraft. Jedoch kann die Auskultation eines Geräusches über den Karotiden zur weiteren diagnostischen Abklärung mittels Ultraschall und zur Detektion einer asymptomatischen Stenose der A. carotis interna (ACI) führen. Hierfür weisen KGs eine befriedigende Spezifität, aber nur eine unzureichende Sensitivität auf. Auf Grund dieser Werte im Vergleich mit modernen, bildgebenden Verfahren (Ultraschall, MR-/CT-Angiographie) wurde häufig empfohlen, auf eine Auskultation der Karotiden zu verzichten. Gleichzeitig haben Patienten mit asymptomatischen ACI-Stenosen ein relevantes Hirnschlag-Risiko, welches mittels medikamentöser bzw. chirurgischer Therapie effektiv behandelt werden kann. Screeningverfahren mittels Ultraschall für ein nicht selektioniertes Patientenkollektiv sind teuer. Ein Screening von Risikopatienten mittels Karotisauskultation ist preiswert, wenn auch die Sensitivität niedrig ist.


Author(s):  
C Brockmann ◽  
S Jochum ◽  
K Huck ◽  
P Ziegler ◽  
M Sadick ◽  
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