Immunmodulation bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung: Aktuelle Konzepte und zukünftige Strategien

2020 ◽  
Vol 8 (1) ◽  
pp. 6-20
Author(s):  
Stephan F. van Eeden ◽  
James C. Hogg

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) wird durch das langjährige aktive oder passive Einatmen schädlicher Partikel und Gase (vor allem, aber nicht nur, Zigarettenrauch) verursacht, wodurch es zu einer anhaltenden angeborenen und adaptiven Immunantwort in der Lunge kommt. Diese Immunantwort ist mit einer Störung der Gewebereparatur- und Remodelingprozesse verbunden und führt zu einer chronischen Entzündung mit übermäßiger Schleimproduktion in den zentralen Atemwegen und zu einer dauerhaften Zerstörung der kleinen Atemwege sowie der Gasaustausch-Oberfläche in der peripheren Lunge. Derzeit bestehen die Hauptziele der Behandlung bei COPD in einer Bronchodilatation zur Symptomkontrolle (durch inhalative kurz und lang wirksame β-Agonisten- und antimuskarinische Wirkstoffe) sowie in der Gabe unspezifischer breit wirksamer Entzündungshemmer (wie inhalative und orale Kortikosteroide, Phosphordiesterase-Hemmer und Makrolide). Diese bewirken eine symptomatische Linderung, haben jedoch, wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Einfluss auf das Fortschreiten der Erkrankung oder die Mortalität. Mit zunehmendem Verständnis der Immunpathogenese der COPD wurden Immunmodulationstherapien verfügbar, die in der Lage sind, schädliche Immunmechanismen zu verändern oder zu stören, wodurch das unaufhaltsame Fortschreiten der Lungengewebezerstörung verlangsamt wird. In der vorliegenden kurzen Übersichtsarbeit sollen das aktuelle Wissen über die Immunpathogenese sowohl der Atemwegs- als auch der Parenchymschädigung sowie die gestörten Gewebereparaturprozesse erörtert werden, und es werden immunmodulierende Interventionen vorgeschlagen, die versuchen, die pathologischen Veränderungen zu stabilisieren oder in ihren Normalzustand zurückzuversetzen. Ziel der Immunmodulationstherapie ist es letztendlich, die mit der COPD verbundene Morbidität und Mortalität zu senken.

Pflege ◽  
2005 ◽  
Vol 18 (3) ◽  
pp. 159-168 ◽  
Author(s):  
Iris Luzie Schaefer ◽  
Stephan Dorschner

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) umfasst die chronisch obstruktive Bronchitis, das Lungenemphysem sowie deren Kombination. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung stellt die Heimbeatmung bei festgelegten Indikationen eine Therapieoption dar. Die Auswirkungen dieser Beatmungsform auf die Lebensqualität der Betroffenen sind bei der derzeitigen unzureichenden Datenlage nicht sicher beurteilbar. Ebenfalls unklar bleibt die Rolle professioneller Pflege in der Langzeitversorgung dieser Patientengruppe. Unter Verwendung eines qualitativen Forschungsansatzes wird deshalb Einblick gewonnen in die Lebenswelt der Patienten. Die phänomenologisch interpretativ-hermeneutische Analyse von 15 narrativen Interviews, die mit heimbeatmeten COPD-Patienten zu Hause geführt wurden, zeigt, dass die Betroffenen, obwohl ihre Krankheit stetig fortschreitet, durch die Heimbeatmung eine große Hilfe und Erleichterung erfahren, sie können ihr Leben wieder selbständiger gestalten. Das Leitthema «Neue Eigenständigkeit erlangen» wird als eine positive Auswirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen aus den zentralen Themen «Das Atmen erleben», «Seine Möglichkeiten nutzen», «Am Leben teilnehmen» und «Damit leben müssen» herausgearbeitet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Aufgaben professioneller Pflege insbesondere im Bereich der Beratung, Anleitung und Begleitung liegen. Hier sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um Interventionen zu evaluieren. Diese Arbeit ist daher auch als Grundlage für zukünftige quantitative Untersuchungen zu verstehen.


2020 ◽  
Vol 29 (2) ◽  
pp. 864-872
Author(s):  
Fernanda Borowsky da Rosa ◽  
Adriane Schmidt Pasqualoto ◽  
Catriona M. Steele ◽  
Renata Mancopes

Introduction The oral cavity and pharynx have a rich sensory system composed of specialized receptors. The integrity of oropharyngeal sensation is thought to be fundamental for safe and efficient swallowing. Chronic obstructive pulmonary disease (COPD) patients are at risk for oropharyngeal sensory impairment due to frequent use of inhaled medications and comorbidities including gastroesophageal reflux disease. Objective This study aimed to describe and compare oral and oropharyngeal sensory function measured using noninstrumental clinical methods in adults with COPD and healthy controls. Method Participants included 27 adults (18 men, nine women) with a diagnosis of COPD and a mean age of 66.56 years ( SD = 8.68). The control group comprised 11 healthy adults (five men, six women) with a mean age of 60.09 years ( SD = 11.57). Spirometry measures confirmed reduced functional expiratory volumes (% predicted) in the COPD patients compared to the control participants. All participants completed a case history interview and underwent clinical evaluation of oral and oropharyngeal sensation by a speech-language pathologist. The sensory evaluation explored the detection of tactile and temperature stimuli delivered by cotton swab to six locations in the oral cavity and two in the oropharynx as well as identification of the taste of stimuli administered in 5-ml boluses to the mouth. Analyses explored the frequencies of accurate responses regarding stimulus location, temperature and taste between groups, and between age groups (“≤ 65 years” and “> 65 years”) within the COPD cohort. Results We found significantly higher frequencies of reported use of inhaled medications ( p < .001) and xerostomia ( p = .003) in the COPD cohort. Oral cavity thermal sensation ( p = .009) was reduced in the COPD participants, and a significant age-related decline in gustatory sensation was found in the COPD group ( p = .018). Conclusion This study found that most of the measures of oral and oropharyngeal sensation remained intact in the COPD group. Oral thermal sensation was impaired in individuals with COPD, and reduced gustatory sensation was observed in the older COPD participants. Possible links between these results and the use of inhaled medication by individuals with COPD are discussed.


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