Stellenwert der präoperativen Computertomografie für die Prädiktion einer optimalen Zytoreduktion beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom
Zusammenfassung Einleitung Eine optimale Zytoreduktion ist der wichtigste Prognosefaktor beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom. Obwohl Stadieneinteilung und Einschätzung der Operabilität durch Explorativ-Operation erfolgen, gilt die präoperative Computertomografie (CT) des Abdomens als Standard. Ziel dieser Studie ist die Überprüfung verschiedener CT-Parameter hinsichtlich der Prädiktion einer optimalen Zytoreduktion. Patienten und Methoden In die retrospektive Studie wurden 131 Patientinnen mit zwischen 2010 bis 2014 neu diagnostiziertem Ovarialkarzinom aufgenommen. Davon wurden n = 36 im FIGO-Stadium I bis IIB aus der Studie ausgeschlossen. Von den 95 Patientinnen mit FIGO-Stadium IIC bis IV lagen bei n = 75 präoperative CT-Abdomen vor. Die CT-Scans wurden einem verblindeten Review unterzogen. Die evaluierten 11 CT-Parameter wurden mittels χ2-Test und logistischer Regressionsanalyse hinsichtlich der Endpunkte makroskopischer Tumorrest sowie Tumorrest > 1 cm überprüft. Überlebensanalysen erfolgten mittels Kaplan-Meier-Methode und Log-Rank-Test. Ergebnisse Von 75 Patientinnen hatten 28 (37,3 %) eine vollständige Tumorresektion und 26 (34,7 %) Tumorreste ≤ 1 cm. Tumorreste > 1 cm fanden sich bei 21 Patientinnen (28 %), davon waren 5 nicht resektabel. Das Gesamtüberleben bei Tumorrest > 1 cm unterschied sich signifikant von der Gruppe mit makroskopischer Tumorfreiheit (p = 0,003) bzw. Tumorrest ≤ 1 cm (p = 0,04). Die CT-Parameter Tumorherde am Diaphragma, Mesokolon, Omentum majus, Peritoneum sowie Aszites korrelierten mit makroskopischem Tumorrest. In der multivariaten logistischen Regressionsanalyse war lediglich hinsichtlich der Prädiktion einer suboptimalen Tumorresektion (> 1 cm) der CT-Parameter intraparenchymatöse Lebermetastase statistisch signifikant (OR 8,04; 95 %-KI 1,57–42,4; p = 0,0134). Sensitivität, Spezifität, PPV und NPV betragen 37,5, 89,7, 66,7 und 72,2 %. Schlussfolgerung Obwohl mittels CT Abdomen Risikoparameter für suboptimale Tumorreduktion identifizierbar sind, ist wegen der geringen diagnostischen Genauigkeit die chirurgische Exploration mit histologischer Diagnosesicherung unverzichtbar.