Online-Rehabedarfstest (OREST): Wirksamkeit einer Einladung zu einem proaktiven Screening (Selbsttest) auf Bedarf an medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen bei Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg und Rheinland

2020 ◽  
Author(s):  
Malgorzata Schlöffel ◽  
Hanna Kampling ◽  
Urs Fichtner ◽  
Erik Farin-Glattacker ◽  
Hartmut Pollmann ◽  
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Zusammenfassung Ziel der Studie Eine proaktive Suche nach möglichem Reha-Bedarf seitens der 13 Rehabilitationsträger findet in Deutschland kaum statt, obwohl in einigen Versichertengruppen ungedeckter Reha-Bedarf vermutet wird. Vor diesem Hintergrund wurde die Wirksamkeit der Einladung zu einem webbasierten Selbsttest auf Reha-Bedarf als neuer Zugangsweg in die medizinische Rehabilitation evaluiert. Die Arbeitshypothese war, dass die Intervention zu mehr bewilligten Rehabilitationsanträgen im Nachbeobachtungszeitraum von 22 Monaten führt und sich dieser Effekt auch nach Kontrolle weiterer Einflussgrößen zeigt. Methodik Zur Wirksamkeitsprüfung wurde eine randomisierte, kontrollierte Studie mit N=8000 Versicherten zweier regionaler Rentenversicherungsträger durchgeführt. Versicherte der Interventionsgruppe (IG; n=4000) wurden postalisch über den Selbsttest informiert und erhielten individuelle Zugangsdaten hierzu (Benutzer-ID und PIN). Die Kontrollgruppe (KG; n=4000) erhielt keine Informationen über den Selbsttest. Primäres Outcome war die Rate bewilligter Reha-Anträge, sekundäres Outcome die Antragsrate ungeachtet der Bewilligung. Ergebnisse IG und KG unterscheiden sich weder bzgl. des primären noch des sekundären Outcomes signifikant voneinander. Auch nach Kontrolle weiterer Einflussgrößen trägt die Intervention nicht zur Vorhersage der Outcomes bei. Einige Kontrollvariablen wie die Reha-Vorerfahrung erweisen sich jedoch als bedeutsame Prädiktoren für die Antragstellung. Schlussfolgerung Das bloße Angebot eines Selbsttests auf Reha-Bedarf durch den Rentenversicherungsträger wirkt sich nicht auf das Antragsgeschehen aus. Ein Brief des Rentenversicherungsträgers als alleinige Zugangsart erscheint somit nicht geeignet, um eine Erhöhung der Rate sinnvoller Reha-Anträge zu erreichen.

2020 ◽  
Vol 70 (11) ◽  
pp. 475-480
Author(s):  
Claudia Pieper ◽  
Sarah Schröer ◽  
Helen Spanier ◽  
Simon Cohen ◽  
Holger Russ ◽  
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ZusammenfassungMitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind berufsbedingt besonderen Belastungen ausgesetzt. Diese entstehen durch das Auseinandersetzten mit Leid und Tod oder durch traumatisierende Erfahrungen mit Patientinnen und Patienten. Daraus können negative gesundheitliche Auswirkungen seelischer und körperlicher Art folgen. Möchten Betroffene dem entgegenwirken, so lassen sich nur selten präventive Maßnahmen finden. Gefördert durch den Innovationsfonds sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen innovativ in Form von Kreativen Stärkungsgruppen nachhaltig gestärkt werden.Das UPGRADE-Projekt bietet die Teilnahme an Kreativen Stärkungsgruppen. Zur Untersuchung der Wirksamkeit wird eine randomisierte kontrollierte Studie mit 366 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (Alter > 18) durchgeführt. Die Interventionsgruppe nimmt an den Kreativen Stärkungsgruppen teil. Beide Gruppen werden zu 3 Zeitpunkten zur Arbeitszufriedenheit, der subjektiven Arbeitsbelastung und Arbeitsfähigkeit befragt, um eine mögliche Veränderung durch die Teilnahme an den Kreativen Stärkungsgruppen festzustellen. Um die Umsetzbarkeit der Intervention zu bewerten, wird eine ergänzende formative Evaluation durchgeführt.Wenn sich das Angebot der Kreativen Stärkungsgruppen im UPGRADE-Projekt als niedrigschwelliges Angebot für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen als wirksam erweist, ist eine Anpassung und Umsetzung in anderen Bereichen möglich und wichtig.


2015 ◽  
Vol 10 (S 01) ◽  
Author(s):  
JB Groener ◽  
I Neus ◽  
M Hartmann ◽  
S Kopf ◽  
E Kliemank ◽  
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