Klinische Entscheidungsfindung bei der Behandlung des diabetischen Makulaödems mit DEX-Implantat: ein Konsenspapier

Author(s):  
Albert J. Augustin ◽  
Nicolas Feltgen ◽  
Christos Haritoglou ◽  
Hans Hoerauf ◽  
Mathias M. Maier ◽  
...  

Zusammenfassung Hintergrund In Deutschland sind 2 intravitreal anzuwendende Kortikosteroide (Dexamethason und Fluocinolon) für die Behandlung des diabetischen Makulaödems (DMÖ) zugelassen. Der Einsatz von DEX-Implantat bei DMÖ ist in der täglichen Praxis bisher nicht im Detail definiert. Mithilfe eines Delphi-Panels und einer Runde von Retinaspezialisten sollte ein Konsens für die Anwendung von DEX-Implantat erarbeitet werden. Material und Methoden Aus der Literatur wurden internationale und nationale Behandlungsempfehlungen identifiziert. Eine Steuerungsgruppe erarbeitete einen Katalog von 72 Aussagen zur Ätiologie und Pathogenese des DMÖ, Therapie mit dem DEX-Implantat, Einsatz bei mit VEGF-Hemmern vorbehandelten Patienten, Verwendung von DEX-Implantat in der Kombination mit anderen Therapien, Sicherheit von DMÖ-Therapien sowie Therapiebelastung des Patienten. 22 niedergelassene Ophthalmologen und 6 Ophthalmologen aus der Klinik gaben über Survey Monkey ihre Bewertung zu den Aussagen ab. Die Definition des Konsenses zu einer Aussage galt als erfüllt, wenn mehr als 75% der Befragten einer Aussage zustimmten bzw. nicht zustimmten. Über nicht konsensfähige Aussagen wurde nach erneuter Diskussion in der Konsensrunde nochmals abgestimmt. In der Folge sollte auch ein Behandlungsschema für DMÖ mit fovealer Beteiligung vorgeschlagen werden. Ergebnisse Sofern ein Patient unter VEGF-Hemmern unzureichend anspricht (Visusgewinn < 5 ETDRS-Buchstaben oder Reduktion der zentralen Netzhautdicke ≤ 20%), sollte nach 3 – 6 Monaten auf das DEX-Implantat umgestellt werden. DEX-Implantat ist ebenfalls geeignet für Augen mit länger bestehendem DMÖ, bei denen z. B. massive Lipidexsudate vorhanden sind. DEX-Implantat eignet sich als Ersttherapie insbesondere bei Pseudophaken, Patienten, die nicht willens oder in der Lage sind, enge Injektionsintervalle unter Anti-VEGF-Therapie einzuhalten oder für Patienten mit vaskulären Vorerkrankungen. Bei festgelegten Kontrollintervallen von 4 – 8 Wochen kann die Anwendung des DEX-Implantats flexibel und individuell erfolgen. Als Entscheidungsparameter gelten hierbei neben Visus und Netzhautdicke auch der Augeninnendruck. Eine Behandlung von beiden Augen am selben Tag sollte nicht stattfinden. Schlussfolgerungen Der hier vorgestellte Algorithmus entspricht den Ergebnissen des Delphi-Prozesses und weicht u. U. von den Empfehlungen der Fachgesellschaft ab. Die im Rahmen der Befragung und Expertenrunde erarbeiteten Konsensempfehlungen für die Therapie von DMÖ können für den Einsatz des DEX-Implantats in der täglichen Praxis dienen.

2017 ◽  
Vol 74 (4) ◽  
pp. 165-170
Author(s):  
Rainer Grobholz

Zusammenfassung. Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor des Mannes und aufgrund von Vorsorgeprogrammen und verbesserter Aufklärung ist die Inzidenz derzeit weiter steigend. Neben der verbesserten klinischen Diagnostik hat die Bildgebung mittels multiparametrischer Magnetresonanztomographie (mpMRT) grosse Fortschritte erzielt. In Verbindung mit dem transrektalen Ultraschall (TRUS) und den MRT Daten ist eine gezieltere Diagnostik von auffälligen Herden in Form von sogenannten Fusionsbiopsien möglich. Die Einbindung der mpMRT in das Biopsieverfahren hat, im Vergleich zur konventionellen TRUS gesteuerten Biopsie, zu einer erhöhten Sensitivität für die Detektion klinisch signifikanter Tumoren geführt. Da das biologische Verhalten der Prostatakarzinome eine starke Heterogenität aufweist, ist es wichtig, behandlungsbedürftige Tumoren früh zu erkennen. Neben den klinischen Parametern spielt die bioptische Diagnostik dabei eine zentrale Rolle. Für die Einschätzung der Aggressivität ist der Gleason-Score nach wie vor einer der zentralen Parameter. Derzeit liegt die dritte Überarbeitung seit der Originalpublikation im Jahre 1966 vor. Um die Probleme des Gleason-Gradings zu umgehen, wurden neue Grad-Gruppen entwickelt, welche auf dem Gleason-Grading aufbauen. Hierbei werden einzelne oder mehrere Gleason-Scores in fünf verschiedene Gruppen mit gleichem biologischen Outcome zusammengefasst. Diese Gruppen erlauben eine sehr gute Unterteilung in Tumoren mit exzellenter Prognose und nur sehr geringem Progressionsrisiko sowie in Tumoren mit schlechter Prognose und hohem Progressionsrisiko. Diese Einteilung erleichtert das Gespräch mit dem Patienten und hilft bei der Auswahl der passenden Therapie. Gleichwohl gibt es noch Fälle, bei denen mehrere Optionen möglich sind und bei denen die Entscheidung für die eine oder andere Therapiestrategie schwierig sein kann. Um der Lösung dieses Problems näher zu kommen, sind derzeit Multigentests verfügbar, welche das Tumorgewebe auf eine bestimmte Anzahl von Genveränderungen untersuchen und daraus einen Scorewert berechnen, anhand welchem eine Risikoabstufung für ein aggressives biologisches Verhalten abgeleitet werden kann. Die Verfügbarkeit dieser Multigentests konnte die klinische Entscheidungsfindung hinsichtlich des weiteren therapeutischen Procedere verbessern, wie die ersten prospektiven Studien zu diesem Thema zeigen konnten. Grössere multizentrische prospektive klinische Studien mit entsprechenden klinischen Verlaufsdaten stehen jedoch noch aus, weshalb derzeit seitens der Fachgesellschaften noch keine Empfehlungen für den Einsatz von Multigentests abgegeben wurden.


2006 ◽  
Vol 223 (S 2) ◽  
Author(s):  
D Kook ◽  
A Wolf ◽  
AS Neubauer ◽  
SG Priglinger ◽  
A Hofer ◽  
...  
Keyword(s):  

2007 ◽  
Vol 224 (S 1) ◽  
Author(s):  
L Spetlikova ◽  
O Rudolph ◽  
R Effert
Keyword(s):  

2018 ◽  
Vol 4 (2) ◽  
pp. 29-48
Author(s):  
Soffia Raquel Ferreira Vilela ◽  
Ieso Costa Marques
Keyword(s):  
On Line ◽  

O mercado da prestação de serviços odontológicos tem se tornado cada vez mais competitivo devido à grande quantidade de profissionais e clínicas em funcionamento no Brasil. Para se destacar neste mercado, é preciso estabelecer diferenciais de tratamento e relacionamento com o paciente. Nesse sentido, o marketing de relacionamento pode colaborar para que haja personalização do atendimento, demonstrando uma prestação de serviço de excelência, fidelizando e aprofundando a relação com o paciente. A partir da pesquisa de campo utilizando a ferramenta de questionário on-line Survey Monkey, o presente artigo procurou responder ao seguinte problema de pesquisa: Até que ponto a utilização do marketing de relacionamento pode colaborar com o sucesso das empresas que prestam serviços odontológicos? O objetivo geral deste trabalho foi compreender os fatores críticos que podem contribuir para o sucesso de uma clínica de prestação de serviços odontológicos. E como objetivos específicos: compreender a relação entre a evolução do marketing nível 1.0 ao 3.0, as demandas atuais e sua relação com o marketing de relacionamento em serviços; identificar os fatores mais relevantes para a fidelização de clientes que buscam por serviços odontológicos; e levantar a frequência e os critérios utilizados pelos pacientes a buscarem uma clínica odontológica. O resultado da pesquisa indicou que a aplicação do marketing de relacionamento pode ser de grande importância na fidelização do cliente. Isso é demonstrado nas respostas recebidas, posto que os principais aspectos encontrados nos resultados mostram que características não concernentes à parte técnica da Odontologia, como a confiança transmitida pelo profissional, qualidade em geral, formas de pagamento flexíveis, são pontos altamente considerados pelo paciente na escolha e retorno ao mesmo profissional e/ou clínica odontológica.


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