Psychometrische Evaluation der deutschen Version des Semistrukturierten Interviews zur Erfassung der DSM-5 Persönlichkeitsfunktionen (STiP-5.1)

2019 ◽  
Vol 69 (12) ◽  
pp. 499-504 ◽  
Author(s):  
Max Zettl ◽  
Svenja Taubner ◽  
Joost Hutsebaut ◽  
Jana Volkert

Zusammenfassung Theoretischer Hintergrund Das alternative Modell für Persönlichkeitsstörungen des DSM-5 führt erstmals ein evidenzbasiertes, dimensionales Konzept für die Diagnostik von Störungen der Persönlichkeit ein. Kriterium A, operationalisiert mit der Level of Personality Functioning Scale, differenziert das Ausmaß von Beeinträchtigungen im Funktionsniveau der Persönlichkeit. Mit dem Semi-Structured Interview for Personality Functioning DSM-5 (STiP-5.1) liegt bereits ein valides, reliables und ökonomisches Interview zur Erfassung von Kriterium A vor. Bisher existiert jedoch keine validierte Form des Interviews in deutscher Sprache. Ziel der vorliegenden Studie ist die psychometrische Evaluation der deutschsprachigen Version des STiP-5.1. Methodik Die Validität und Reliabilität des STiP-5.1 wurde in einer Stichprobe von gesunden Erwachsenen (n=55) und stationär behandelten Patienten mit der Diagnose einer psychischen Störung (n=55) untersucht. Die Konstruktvalidität wurde über Korrelationen mit Fragebögen zu strukturellen Beeinträchtigungen (IPO-16, OPD-SFK) und maladaptiven Persönlichkeitseigenschaften (SKID-II-PF) überprüft. Die Interrater-Reliabilität wurde in einer Teilstichprobe von Gesunden und Patienten (n=50) untersucht. Ergebnisse Bezüglich der Validität wurden hohe Korrelationen (r=0,68–0,78) zwischen STiP-5.1-Ratings und konvergenten Selbstberichtfragebögen festgestellt. In der Teilstichprobe zeigte sich eine sehr gute Interrater-Reliabilität (ICC=0,93). Die Dauer der Interviews betrug durchschnittlich 38 Min. Schlussfolgerungen Mit der deutschen Version des STiP-5.1 liegt ein valides, reliables und ökonomisches Interviewverfahren zur dimensionalen Erfassung von Beeinträchtigungen im Funktionsniveau der Persönlichkeit für Forschung und klinische Praxis vor.

2021 ◽  
Vol 12 ◽  
Author(s):  
Joost Hutsebaut ◽  
Laura C. Weekers ◽  
Nynke Tuin ◽  
Jessica S. P. Apeldoorn ◽  
Erik Bulten

In forensic settings, several challenges may affect reliability of assessment of personality pathology, specifically when based upon self-report. This study investigates the Semi-Structured Interview for DSM-5 Personality Functioning (STiP-5.1) to assess level of severity of personality functioning in incarcerated patients. Thirty inpatients of three forensic psychiatric facilities completed the STiP 5.1 and additionally completed self-report questionnaires assessing symptom severity, personality functioning and traits. Staff members completed informant versions of personality functioning questionnaires. Previously assessed community (N = 18) and clinical samples (N = 80) were used as a reference. Interrater reliability and internal consistency of the STiP 5.1 were good. As expected, no associations were found between self-report and expert-ratings (STiP 5.1) of personality functioning. Remarkably, no associations were found between informant rated personality functioning and the STiP 5.1. This study confirms the discrepancies between self-report and expert-ratings in forensic settings and identifies the need to design and test assessment instruments within this context instead of generalizing findings obtained in regular mental health care samples. The STiP-5.1 may be a candidate for use in forensic samples, particularly to guide treatment planning and individual patient policy, although it remains unclear what specific information it offers above and beyond self-report and informant-report.


2018 ◽  
Vol 100 (6) ◽  
pp. 621-629 ◽  
Author(s):  
Emanuele Preti ◽  
Rossella Di Pierro ◽  
Giulio Costantini ◽  
Ilaria M. A. Benzi ◽  
Chiara De Panfilis ◽  
...  

2014 ◽  
Vol 71 (10) ◽  
pp. 599-607 ◽  
Author(s):  
Martin Neuenschwander

Digitale Medien sind mittlerweile unentbehrlich in Schule, Beruf, Familie und Freizeit und durchdringen unseren Alltag immer stärker. Dazu vermögen sie die Menschen aller Altersstufen zu faszinieren dank vielfältiger und immer neuer Nutzungsmöglichkeiten für Kommunikation, Unterhaltung und Spiel. Von großer Relevanz sind diesbezüglich insbesondere soziale Netzwerke und Onlinespiele, an denen sich täglich Millionen beteiligen. Der Großteil der Bevölkerung nutzt diese interaktiven Medien funktional, selbstbestimmt und genussvoll. Andererseits belegen empirische Studien, dass eine Minderheit von 1 % bis 6 % ein dysfunktionales, suchtartiges Verhalten zeigt, typischerweise bei der Onlinekommunikation, beim Computerspiel oder beim Konsum von erotisch-pornografischem Bildmaterial. Das Störungsbild „Onlinesucht“ ist zwar eine Realität, figuriert bisher aber nicht als offizielle Diagnose in den Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-5. Die Fachdiskussion über die nosologische Einordnung des Störungsbildes ist noch im Gang. Für die klinische Praxis existieren allerdings bereits jetzt valide diagnostische Hilfestellungen. Da das zur Verfügung stehende professionelle Beratungs- und Therapieangebot nur spärlich in Anspruch genommen wird, kommt der medizinischen Grundversorgung für die Früherkennung und Triage hinsichtlich adäquater Interventionen eine wichtige Bedeutung zu. Im deutschsprachigen Raum stehen verschiedene webbasierte Plattformen für Prävention, Beratung und Therapie zur Verfügung.


Author(s):  
Barbara Braun ◽  
Silke Behrendt ◽  
Daniela Piontek ◽  
Ludwig Kraus ◽  
Gerhard Bühringer

Zusammenfassung. Zielsetzung: Der demographische Wandel lässt eine höhere Anzahl älterer Personen mit Alkoholproblemen erwarten, deren therapeutische Versorgung bislang unzureichend ist. Mit der internationalen, randomisiert-kontrollierten ELDERLY-Studie wurden zwei Varianten einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung für Personen ab 60 Jahren mit einer Alkoholkonsumstörung nach DSM-5 (AS) in drei Ländern erprobt. Methodik: Nach der Baseline-Befragung wurden die zufällig zugeordneten Behandlungsgruppen nach 1, 3, 6 und 12 Monaten erneut untersucht. Erfasst wurden Veränderungen (Zeit und Gruppe) hinsichtlich Trinkmenge, Anzahl abstinenter Tage, Anzahl Tage Rauschtrinken und Tage risikoarmen Konsums sowie Anzahl zutreffender DSM-5-Kriterien für AS. Complete-Case- und Intention-to-treat-Analysen werden für die deutsche Teilstichprobe vorgestellt (n=203). Ergebnisse: Für beide Behandlungsgruppen ergaben sich stabil bis zu 12 Monate nach Baseline ein Anstieg der Abstinenzrate (18 %; t0: 4 %), des Anteils der Personen ohne einen Tag mit riskantem Konsum (45 %, t0: 4 %) sowie ohne Rauschtrinken (68 %, t0: 15 %). Auch zeigte sich eine Verringerung der Trinkmenge (Median bei 27 g Reinalkohol pro Trinktag; t0: 58 g) und Anzahl erfüllter AS-Kriterien (Median bei 2; t0: 5). Schlussfolgerungen: Die Verbesserungen des Trinkverhaltens und der AS-Symptome waren trotz relativ kurzer Behandlungsdauer stabil. Motivierende Interventionen, insbesondere die persönliche Rückmeldung zum Trinkverhalten, bewirken auch bei älteren Personen mit alkoholbezogenen Störungen Verhaltensänderungen. Ein therapeutischer Nihilismus ist unangebracht; vielmehr sollten spezifische Bedürfnisse der Zielgruppe beachtet und in passenden Versorgungsangeboten umgesetzt werden.


2017 ◽  
Vol 34 (2) ◽  
pp. 219-231 ◽  
Author(s):  
Lucas de Francisco CARVALHO ◽  
Catarina Possenti SETTE

Abstract The aim of this study was to revise the Criticism Avoidance dimension of the Dimensional Clinical Personality Inventory and to investigate its psychometric properties. The participants included 213 subjects aged 18 to 69 years (Mean = 25.56; Standard Deviation = 8.70), mostly females (N = 159; 74.3%). All participants answered the Dimensional Clinical Personality Inventory and the Brazilian versions of the Revised NEO Personality Inventory and the Personality Inventory for DSM-5. A total of 470 new items were developed and selected using content analysis, and 39 items composed the final version. Based on the parallel analysis and factor analysis, three interpretable factors were found. The internal consistency coefficients showed adequate levels of reliability ranging between 0.80 and 0.91 for the factors. Additionally, expected correlations were found between the Dimensional Clinical Personality Inventory and the other tests. The present study demonstrated the adequacy of the dimension revised to assess pathological characteristics of the avoidant personality functioning.


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