Kindergesundheit – welche Rolle spielt die Ernährung aus medizinischer Sicht?
ZusammenfassungJedes 6. Kind in Deutschland ist übergewichtig und jedes 20. adipös. Im Fokus der Vorbeugung und Behandlung kindlichen Übergewichts und seiner Folgeerkrankungen stehen die Eltern. Neben diversen sozioökonomischen Faktoren des familiären Umfelds ist das Gewicht der Eltern der wichtigste Prädiktor für kindliches Übergewicht: Nicht nur dass diese Eltern ihr eigenes Übergewicht häufig nicht als Problem erkennen, sondern auch nicht das ihrer Kinder. Zusammen mit den frühkindlichen Ernährungsprägungen nach dem Mere-Exposure-Effekt, nach dem das zur Lieblingsspeise wird, was angeboten wurde, zementieren solche Familien krankmachende Ernährungsweisen mit bis zum dreifachen des empfohlenen Zuckerkonsums. Diese Kinder werden anfälliger für Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, psychische Störungen und Krebs. Jedes zweite adipöse Kind leidet schon am metabolischen Syndrom. Kindliches Übergewicht sollte daher so früh wie möglich erkannt und im familiären Setting therapiert werden. Bewährt hat sich in der Ernährungstherapie die Anwendung des 20:80 Prinzips im Ernährungscoaching mit der Optimierung möglichst nur weniger, aber dafür relevanter Ernährungsfehler. Als Grundlage sollte das Konstrukt der artgerechten Ernährung dienen: Sie ist vegetarisch basiert, proteinoptimiert und fettliberalisiert. Sie kann ernährungstherapeutische Prinzipien wie die antientzündliche Therapie inkludieren.