„Two-Phase Treatment“ und skelettale Klasse III
ZusammenfassungDas sogenannte „Two-Phase Treatment“ gerät immer wieder in den Fokus der ökonomisch orientierten Wissenschaft. Diese Überprüfung ist sinnvoll, stehen doch Vorwürfe wie Übertherapie, zusätzliche Kosten und Belastungen für Patient, Eltern und Arzt im Raum. In dieser kontroversen Diskussion scheint die Kenntnis über grundlegende Konzepte einer Frühbehandlung vollkommen verloren gegangen zu sein. Die Überprüfung medizinischer Hypothesen tritt zugunsten einer gerätelastigen Forschung in den Hintergrund, die den Fokus auf die Apparatur und nicht auf den kausalen Wirkmechanismus gerichtet hat. Begiffe wie „fixed Appliances“, „removable Appliances” als auch “One-, Two-Phase Treatment” simplifizieren die Konzepte der Funktionskieferorthopädie, der Orofazialen Orthopädie sowie der Funktionellen Orthopädie und tragen damit zur Fehlinterpretation aktueller Studien bei. Die Anwendungen im kraniofazialen Skelett lassen sich weit zurückverfolgen, sodass die Kieferorthopädie als Teilgebiet der funktionellen Orthopädie gesehen und nicht mit Mechaniken der Orthodontie verglichen werden kann.