Die operative Versorgung von Daumenbeugesehnenverletzungen und ihr funktionelles Ergebnis

1973 ◽  
Vol 76 (2) ◽  
pp. 96-104
Author(s):  
K. Wilhelm ◽  
Ch. Feldmeier ◽  
M. Herzog
2021 ◽  
Author(s):  
◽  
Natallia Brui

Verletzungen der Fingerkuppen stellen einen häufigen Grund für die Vorstellung in der Notaufnahme dar. Während viele Verletzungen konservativ behandelt werden können, benötigen einige Patienten eine operative Versorgung. Dabei kommen verschiedene operative Verfahren zur Anwendung, darunter eine Fingerkuppenrekonstruktion mit einer neurovaskulären Insel-Lappenplastik. Ziel der neurovaskulären Insel-Lappenplastik ist die Wiederherstellung einer taktil sensiblen und wieder belastungsfähigen Fingerkuppe ohne ein Längendefizit des Fingers. In der vorliegenden Studie wurden Langzeit-Behandlungsergebnisse mit einer mittleren Nachuntersuchungsdauer von 105 Monaten bei 28 Patienten mit 29 durch neurovaskuläre Insel-Lappenplastiken rekonstruierten Fingerkuppen in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main erfasst. Die untersuchten Patienten hatten zum Zeitpunkt der Verletzung ein Durchschnittsalter von 38,4 Jahren. Es handelte sich überwiegend um männliche und berufstätige Patienten. Es wurden nur Fingerkuppenverletzungen mit freiliegenden Knochen (Allen-Klassifikation Zone III und IV) operativ versorgt. In unserer Studie traten am häufigsten die Verletzungen am Mittelfinger, Zeigefinger und Ringfinger auf. Die Mehrheit der Fingerkuppenverletzungen geschah in Folge eines Arbeitsunfalls, die Arbeitsunfähigkeitsdauer betrug ca. 6,1 Wochen. Die maximale Größe eines neurovaskulären Insel-Lappen lag bei 6 x 3,5 cm. Alle Patienten waren mit den Behandlungsergebnissen anhand der numerischen Rating-Skala und des DASH Fragebogens bezüglich Funktionalität sowie dem ästhetischen Outcome zufrieden und würden sich wieder operieren lassen. Die Sensibilität konnte anhand der Zwei-Punkte-Diskrimination sowie Semmes-Weinstein Monofilament-Testes als gut bewertet werden und normale physiologische Werte erreichen. Die Narbe war überwiegend weich und in der Mehrheit der Fälle entsprach sie anhand der Vancouver Scar Scale Werte annähend der normalen Haut. Zwei Drittel der Patienten gaben keine Schmerzen in Ruhe an. Die Hälfte der Patienten gaben Schmerzen unter Belastung anhand der numerischen Rating-Scala an. Trotz der hohen Anzahl von Krallennagelbildungen in 56,5 % und einer Differenz der Nagellänge bzw. Form waren alle Patienten mit dem Erhalt des Nagels zufrieden und haben dies subjektiv nicht als störend empfunden. Als besonders beeinträchtigend wurde eine Kälteempfindlichkeit von 48,3 % Patienten beschrieben. Der Mittelwert der Fingerkraft im Schlüsselgriff mit Hilfe des Pinch-Gauge zwischen Daumen und den vier Fingerspitzen im Wechsel wurde bei fast allen Messungen an den gesunden Fingern gering größer gemessen ohne eine statistisch signifikante Differenz. Die Messung der Handkraft mittels Jamar-Dynamometer ergab ein Defizit von 8,8 % (Vergleich betroffene zur gesunden Hand). Bei drei von 24 Patienten hat sich eine Beugekontraktur im Interphalangealgelenk von 5°, 15°, 20° und bei einem von 22 Patienten im distalen Interphalangealgelenk von 10° gebildet. Zum Nachuntersuchungszeitpunkt wurden durch die Untersucherin ein Hoffmann-Tinel- Zeichen in 24,1 % und Druckschmerz in 17,2 % im Bereich der verletzten Fingerkuppe festgestellt. Subjektiv empfand kein Patient diese Symptome als störend und alle berufstätigen Patienten konnten ihre vor dem Unfall ausgeübte Tätigkeit wieder aufnehmen. Diese Studie konnte belegen, dass die Defektdeckung der Fingerkuppenverletzungen mit Hilfe von neurovaskulären Insel-Lappenplastiken ein sehr gutes ästhetisches und funktionelles Ergebnis mit einer fast identischen Hautqualität erzielt. Mit dieser Methode konnte eine Wiederherstellung des Weichteilgewebes der sensiblen Fingerkuppe auch bei großflächigen Defekten der Fingerkuppe erreicht werden. Die subjektive Patientenzufriedenheit mit dieser Rekonstruktionsmethode ist hoch.


Pflege ◽  
2017 ◽  
Vol 30 (1) ◽  
pp. 19-27
Author(s):  
Elisabeth Lanz-Suter ◽  
Claudia Mischke

Zusammenfassung. Hintergrund: Personen mit Hüftfrakturen warten in Schweizer Spitälern aus vielerlei Gründen auf die Operation, obwohl Leitlinien die rasche operative Versorgung empfehlen. Studien zeigen, dass lange Wartezeiten physische und psychische Probleme zur Folge haben können. Pflegende sind unmittelbar mit den Wartenden konfrontiert und fühlen sich bei der Betreuung während dieser Zeit oft unsicher und hilflos, auch weil ihnen das Wissen zum Warteerleben aus der Sicht der Betroffenen fehlt. Ziel: Die Erfahrungen von Hüftfrakturpatient(inn)en beim Warten auf die Operation wurden untersucht, um daraus Implikationen für die pflegerische Betreuung abzuleiten. Methode: Es wurde ein qualitatives Vorgehen mit leitfadengestützten Interviews gewählt, die Daten mit offenem Codierverfahren nach Saldaña analysiert. Ergebnisse: Aufgrund von Rekrutierungsproblemen wurden nachträglich auch Personen mit Beckenfrakturen eingeschlossen. Die zwölf Befragten – 33 bis 89 Jahre alt – warteten im Schnitt 68 Stunden auf die Operation. Sie empfanden diese Phase als Stillstand und verlorene Zeit. Vertrauen ins Behandlungsteam und Verständnis für die Situation, gefördert durch adäquate Information und umsichtige Pflege, erleichterten die Wartezeit. Belastungen wie Schmerzen, Immobilität oder Sorgen erschwerten sie. Sich zu beschäftigen bereitete den Befragten Mühe und sie schätzten Ablenkung durch Angehörige. Schlussfolgerung: Eine anteilnehmende, aufmerksame Pflege, die sensibel auf die Bedürfnisse Wartender reagiert und so einheitlich wie verlässlich informiert, stärkt das Gefühl, sicher aufgehoben zu sein.


2007 ◽  
Vol 26 (12) ◽  
pp. 1115-1122 ◽  
Author(s):  
R. Schmid-Elsaesser

ZusammenfassungZerebrale Aneurysmen sind die häufigste Ursache der Subarachnoidalblutung. Im Durchschnitt werden 30% der Patienten mit Subarachnoidalblutung (SAB) initial fehldiagnostiziert. Die häufigsten Ursachen für Fehldiagnosen sind: 1. Fehlende Kenntnis des klinischen Spektrums. 2. Falsche Interpretation der Bildgebung. 3. Falsche Interpretation der Lumbalpunktion. Bei jedem Patienten mit akutem Kopfschmerz bisher unbekannter Qualität muss eine SAB ausgeschlossen werden. Aufgrund der möglichen Komplikationen sollte eine Lumbalpunktion nicht als primäre Diagnostik durchgeführt werden. Die Computertomografie stellt auch heute noch die Standardmethode für den Nachweis einer akuten SAB dar und sollte bei klinischem Verdacht unverzüglich erfolgen. Für die Aneurysmabehandlung stehen uns heute zwei Methoden zur Verfügung: Die operative Versorgung mittels Clipping und die endovaskuläre mittels Coiling. Die Entscheidung zwischen den Methoden sollte von einem interdisziplinären Team neurovaskulärer Spezialisten getroffen werden, das alle relevanten Faktoren individuell berücksichtigt. In 80% der Fälle bietet eine der beiden Methoden einen klaren Vorteil und sollte dem Patienten angeboten werden. Dies ist nur möglich wenn beide Modalitäten mit hoher Expertise von der behandelnden Institution vorgehalten werden.


Author(s):  
Christl Reisenauer

ZusammenfassungSelten können Geburtsverletzungen rektovaginale Fistelbildungen (RVF) zur Folge haben. Ziel dieser retrospektiven Studie war es, Ursachen und Management geburtshilflicher rektovaginaler Fisteln bei Patientinnen, die in der Universitäts-Frauenklinik Tübingen im Zeitraum Januar 2015 bis April 2019 operiert wurden, zu evaluieren. Fünf der 12 operativ versorgten rektovaginalen Fisteln waren Primärfisteln, in 7 Fällen lag ein Fistelrezidiv vor. Die operative Versorgung erfolgte über einen transvaginalen Zugang im Anschluss an die Geburt oder im Rahmen einer darauffolgenden Geburt. Die letztgenannte Vorgehensweise wählten wir bei Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko bzw. bei denen, die ein hohes Risiko für postoperative funktionelle Beschwerden aufwiesen. Erstmalig wurden die schwangerschaftsbedingten Veränderungen der Vagina genutzt, um die Erfolgsraten eines Fistelverschlusses zu optimieren. 11 der 12 postpartalen rektovaginalen Fisteln konnten in unserem Patientenkollektiv verschlossen werden. Die Therapie einer geburtshilflich bedingten rektovaginalen Fistel hängt von dem Lokalbefund, den Voroperationen, den Wünschen der Patientinnen und der Erfahrung des Operateurs ab. Die Versorgung der Fisteln in Zentren ist eindeutig von Vorteil.


2021 ◽  
Author(s):  
Christian Egloff ◽  
Michael T. Hirschmann ◽  
Céline Moret ◽  
Philipp Henle ◽  
Martin Ellenrieder ◽  
...  

ZusammenfassungDie Zahl der durchgeführten Knietotalendoprothesen (KTEP) nimmt jedes Jahr kontinuierlich zu. Ungefähr 10 % davon betreffen Patienten unter 55 Jahren, obwohl bekannt ist, dass in dieser Altersgruppe die Zufriedenheit und die funktionellen Ergebnisse geringer und die Revisionsrate höher ausfällt. Vermehrte Aktivität und erhöhtes Anspruchsdenken machen die Endoprothetik in dieser Altersgruppe zu einer besonderen Herausforderung. Gleichzeitig ist der Anteil posttraumatischer Gonarthrosen deutlich erhöht, was in Anbetracht ligamentärer und knöcherner Vorschäden eine schwierigere operative Versorgung bedeutet. Bei fortgeschrittenen Arthrosen in mehreren Kompartimenten mit/ohne begleitender ligamentärer Instabilität muss jedoch ein totalendoprothetischer Ersatz auch bei jüngeren Patienten erwogen werden. Die sorgfältige Indikationsstellung für die KTEP und die eingehende Patientenaufklärung (Chancen, Risiken, erreichbare Leistungsfähigkeit in Beruf und Alltag) sind gerade bei jüngeren Patienten starke Prädiktoren für ein gutes Resultat.


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