Funktionelle Syndrome im Krankengut einer Universitäts-Nervenklinik

1965 ◽  
Vol 187 (6) ◽  
pp. 566-584
Author(s):  
Gerd Paal
1965 ◽  
Vol 04 (02) ◽  
pp. 75-78 ◽  
Author(s):  
B. Leiber

In der klinischen Krankheitslehre haben in den vergangenen Jahrzehnten die Syndrome als vorläufiges Ordnungsprinzip eine stark zunehmende Bedeutung gewonnen. Ihre ständig wachsende Zahl ist zugleich Folge und Ausdruck der gewaltigen Veränderungen, die die klinische Medizin in dieser Zeit in allen Bereichen durchgemacht hat. Sie bringen den tatsächlichen Stand unseres Wissens (oder Unwissens) besser (und ehrlicher) zum Ausdruck als der auf weiten Bereichen in voller Auflösung befindliche alte Krankheitsbegriff. Insofern dürfte der zunehmende Gebrauch des Syndrombegriffes auch möglicherweise den Beginn einer wirklich neuzeitlichen Nosologie darstellen, die inmitten eines ungemeinen Wissenszuwachses besonders auf begriffliche und definitorische Klarheit bedacht sein muß. Nach der gegebenen Definition ist ein Syndrom ein symptomatologisch einheitliches Krankheitsbild, dessen Auslösungs- und Gestaltungsfaktoren unbekannt, vieldeutig oder plurikausal sind. In diesem Sinne lassen sich je nach dem Grad des Wissens über diese Faktoren ätiologische, pathogenetische und morphologische, sowie im Sinne der Plurikausalität polyätiologische und polypathogenetische Syndrome unterscheiden. Wie bei den klassischen Krankheiten gibt es auch organische und funktionelle Syndrome. In der ärztlichen Praxis ist das Syndrom als noch deutungs- und voraussetzungsfreier Begriff mehr und mehr unentbehrlich geworden, wenngleich gerade auf dieser Begriffsebene gegenwärtig und in der Zukunft noch ständige Veränderungen eintreten werden, die aber nichts anderes bedeuten als die notwendige, fortwährende Anpassung der Begriffe an den wachsenden Erkenntnisstand.


Author(s):  
Urs Nater ◽  
Susanne Fischer ◽  
Ricarda Mewes

2012 ◽  
Vol 69 (1) ◽  
pp. 39-47 ◽  
Author(s):  
Urs Zingg ◽  
Daniel Oertli

Operative Eingriffe am oberen Gastrointestinaltrakt (inkl. Pankreas) können zu einer Vielzahl postoperativer funktioneller und metabolischer Syndrome führen. Deren Kenntnis ist nicht nur für den behandelnden Chirurgen wichtig, sondern auch für den nachbehandelnden niedergelassenen Arzt. In den meisten Fällen stellt sich mit zunehmender Rekonvaleszenzzeit eine Besserung ein. Die Therapie solcher Syndrome erfolgt am besten in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit (Allgemeinpraktiker, Chirurg, Gastroenterologe etc.) und beinhaltet physikalische, medikamentöse, interventionelle und letztendlich auch chirurgische Maßnahmen.


2019 ◽  
Vol 37 (01) ◽  
pp. 25-29
Author(s):  
D. Hörsch ◽  
R.P. Baum

2007 ◽  
Vol 64 (10) ◽  
pp. 567-574 ◽  
Author(s):  
Linde

Chronische Erschöpfung lässt sich aufgrund vorliegender Befunde zu konstitutionellen Voraussetzungen, auslösenden und aufrechterhalten Bedingungen als eine funktionelle Störung beschreiben. Im Sinne einer medizinisch-psychiatrischen Interfaceerkrankung kann sie so schlüssig und therapierelevant eingeordnet werden. Subsyndromale kürzer dauernde Episoden chronischer Erschöpfung sind um ein vielfaches häufiger als die mindestens drei bzw. sechs Monate anhaltenden Diagnosekategorien «Neurasthenie» und «Chronic-Fatigue-Syndrom». Diese weisen große Ähnlichkeit miteinander auf und beschreiben offenbar denselben Sachverhalt. Ursprüngliche ätiologische Annahmen haben sich hier als empirisch nicht belegbar erwiesen. Jedoch bestehen bei Betroffenen in somatischer Hinsicht insbesondere Veränderungen neurohumeraler und immunologischer Wechselwirkungen, die auf eine hohe Bedeutung einer für funktionelle Syndrome charakteristisch veränderten HPA-Stressachsenaktivität bzw. deren Wechselwirkung mit anderen Regulationssystemen hinweisen. Auch eine erhöhte Sensitivierung auf neuronaler und neurokognitiver Ebene scheint der Fall zu sein. Eine erhöhte kritische Aufmerksamkeitszuwendung auf körperliche Funktionen und dysfunktionale Bewältigungsweisen sind zumindest aufrechterhaltende chronifizierende Faktoren, wie bei anderen funktionellen Störungen auch. Wobei diese Dysfunktionalität sowohl beim Betroffenen, wie auch beim Behandler bestehen kann. Die eine und spezifische Ursache chronischer Erschöpfungssyndrome gibt es offenbar nicht, jedoch bieten die genannten Gemeinsamkeiten Ansatzpunkte für eine positive therapeutische Beeinflussung. Hierbei zeigt sich, dass sich nur Therapieansätze als wirksam erweisen, die eine aktive Rolle der Betroffenen einfordern. Medikamentöse Behandlung in Form der Gabe von SSRI-Antidepressiva kann augmentativ von Nutzen sein. Passive Therapieansätze zeigen bislang keine nachweisbare Wirkung.


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